Wohnüberbauung Wolfacker
Gaissbergstrasse, 8280 Kreuzlingen
Direktauftrag, 2016
2017–2024
Privat
Pauli Stricker GmbH, St.Gallen
Ribi + Blum AG, Romanshorn
Wirkungsgrad Ingenieure AG, Luzern
Ladina Bischof
Die Siedlung Wolfacker liegt am südlichen Ortsrand Kreuzlingens, in einem durchgrünten Wohngebiet. Die Staffelung der fünf Längsbauten sorgt dafür, dass sich die dichte Bebauung in die heterogene Umgebung einfügt und im Innern hohe Wohnqualitäten erzeugt. Aussen entsteht durch die Repetition des stets gleichen Volumens, ein starkes, Identität stiftendes Siedlungsbild. Zwei Punktbauten besetzen die städtebaulichen Schlüsselstellen und bilden den Auftakt zur Wohnsiedlung. Mit zwei Typologien, die auf demselben Grundmass basieren, gelingt es, spezifisch auf die Nachbarschaft zu reagieren und gezielte Anknüpfungen ans Quartier zu schaffen. Mehr
Durch die Siedlung führt ein halböffentliches Wegnetz zu den nordseitigen Hauseingängen und weitet sich immer wieder zu informellen Treffpunkten. Unterschiedliche Bereiche für Aufenthalt und Spiel sowie Nutzgärten regen dazu an, den Lebensraum aktiv mitzugestalten. Ein Drittel der Wohnungen liegt im Erdgeschoss und verfügt dort über private Aussenräume. Alle Mietenden haben die Möglichkeit, Nutzgärten für ein kleines Entgelt zu mieten. Weitere Freiflächen wie die Grillstelle oder die Spielbereiche werden gemeinsam genutzt.
Während die Freiräume das gemeinschaftliche Wohnen fördern, weisen die Mietwohnungen einen hohen Grad an Privatsphäre auf. Dank den abgetreppten Gebäudeformen wenden sich die Wohnungen allen vier Himmelsrichtungen zu. In den südwestlichen Gebäudeecken erweitern grosse Balkone oder Gartensitzplätze die Wohnräume nach aussen. Ein geschliffener Hartbetonboden verbindet die Küche optisch den privaten Aussenräumen. Über die Balkone blickt man in die Grünräume der Siedlung und in die Weite, zwischen den Zeilen hindurch. Raumhohe Öffnungen oder Übereck-Fenster verzahnen Innen und Aussen. Gelbe Einbaumöbel und Küchen setzen warme Akzente. In den Badezimmern nehmen salbeigrüne Wände den Raum ein und kontrastieren mit der weissen Keramik.
Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen geschlossenen und offenen Fassadenflächen vermittelt Geborgenheit innerhalb der dichten Siedlungsstruktur und verhindert ungewollte Einblicke. Die Aussenwände sind mit einer vertikalen Holzschalung verkleidet und mit einer Schlammfarbe in einem matten Grünton gestrichen. Feuerverzinkte Laibungen und Deckenstirnen rahmen die Fensteröffnungen präzise und kontrastieren mit der sägerauen Holzoberfläche. Die rhythmische Gestaltung der Fassaden betont die Plastizität der Baukörper und schafft einen vertrauten Massstab.
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